Videokunst

sich sammeln

 

Kunstraum als sakraler Raum; Objekte ausstellen, sammeln und schaffen als bedeutungsstiftende Handlungen.
Gesagtes wird in visuelle Ebenen transportiert: Bilder werden gesammelt, zugeordnet, aneinandergereiht, gestaltet, erinnert, um eine Aussage zu treffen; der Informationsgehalt verdichtet sich zusehends.
Abstrahiert wird in erster Linie durch Schichtung.
Ein Kreisen um den Kunstbegriff.

Meine Versuche mit der Kamera basieren auf meinem Interesse an Darstellungsstrategien und den vielen Ebenen, die visuell transportiert werden können. In „sich sammeln...“ bediene ich mich kameraethnographischer Methoden, um diese weiterzuentwickeln.

Zur Gliederung des Videos nutze ich unterschiedliche Dingbedeutsamkeiten beschreibende Verben, im assoziierten Bild transportiere ich das neu konstruierte Wissen in Form eines Gefühls, ähnlich einer Intuition.
Künstlerische Praxis ist mir auf den Punkt gebrachte Empfindung, aus welcher die Betrachtenden mittels Ansteuerung weiterer Assoziationsketten weiteres Wissen konstruieren können. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt mein Video also ein künstlerisches, obwohl ich mich wissenschaftlicher Methoden bediene - es fehlt der in Begriffe fassende Part zur Konstruktion diskursfähigen Wissens.

 

Für mich hat es immerhin den Wert, es erkannt zu haben

Martin über Bretter die er aufbewahrt, da sie ihn an Buchstaben und Zahlen erinnern.

 

 

 

 

weitere Videos

 

 

 

 

Etwas ist geblieben... 26:19, 2016; Research - Projekt 

 

Um die 600 österreichische Widerstandskämpfer_innen wurden 1938 bis 1945 im Wiener Landesgericht enthauptet. Geblieben sind Briefe von der Verhaftung bis in die Todeszellen, die Kinder und Enkelkinder der Hingerichteten zum Teil noch verwahren.

In diesem Film sollen die Kinder der Hingerichteten zur Sprache kommen. Er soll ihr Erleben und Erinnern motivieren und als Wissensressource für unsere Gesellschaft lesbar machen.

Über 15 Stunden an Interviews wurden analysiert und geschichtet um eine neue Erzählform zu entwickeln, die sich abseits der lediglichen Weitergabe des Traumas bewegt. Die Interviewpartner_innen werden so gezeigt, wie sie sich selbst präsentieren. Als Regisseurin versuche ich auch, innerhalb der Erzählung so weit als möglich in den Hintergrund zu treten. Der Sinngehalt des gesprochenen Wortes lenkt die entstehende Erzählung. Die Untertitel sind für die Zeitzeug_innen gedacht. Ein Research – Projekt, als Auftragsarbeit für eine Gedenkveranstaltung im Landesgericht am 26.10.2016 begonnen und - lange noch nicht abgeschlossen – im Dezember 2016 im Schütte-Lihotzky Raum präsentiert.

 

 

 

 

 

 

Für das Technische Museum Wien

 

Meine feste Anstellung im Technischen Museum Wien ist mir mehr als einfach nur Brotarbeit:

Die Herausforderung, physikalische Zusammenhänge und Abläufe mittels des artverwandten Apparates Kamera in bewegte Bilder zu übersetzen, eröffnet mir Metaebenen, welche ich wiederum in die künstlerische Praxis mit einfließen lasse.

Hinzu kommt die zwingende Reflexion hinsichtlich der Verhältnisse zwischen Objekt und Abbild, sowie des Sammelns und Zeigens auf Objekt- als auch medialer Ebene.

 

Durch diese Herangehensweise entstehen untrennbar mit meiner künstlerischen Arbeit verknüpfte Visualisierungen, welche sich auch innerhalb derselben Themenkomplexe bewegen:

Wie kann ich künstlerische Strategien nutzen um wissenschaftliche Inhalte darzustellen?
In welchen Zusammenhängen stehen Objekt, Abbild als auch Ausstellungsort zueinander?
Welcher Art ist das Wissen, das durch die Schichtungen von Ort, Objekt und Bewegtbild erzeugt und vermittelt wird?
Kann dieses Wissen unsere soziale Gemeinschaft anrühren?

 

 

 

 

 

Beispiel: Objektinszenierung Mercedes Silberpfeil

 

rauschen, 3:44, 2014; Videoinstallation über 6 Monitore zum Mercedes Silberpfeil.

Geschwindigkeitsrausch – Heldentum – Krieg, Propaganda – Rasen in den Tot.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kooperationen 

 

Performancegruppe Vocal Naps (seit 2016)
Konzepte: Anne Glassner, Nicole Krenn, Monika Rabofsky

 

Members: Patricia Bustos, Karin Diaz, Anne Glassner, Harwig Hermann, Nicole Krenn, Monika Rabofsky, Fred Riegler, Lena Saukel, Elia Stefan
 

https://vimeo.com/222792905 
http://vocalnaps.blogspot.com/ 

 

 

 

Circular with Laura Oriol and Jasmin Schaitl - Research-Projekt 2017


https://vimeo.com/222790171 

 

 

 

 

SITZEN - Research-Projekt (seit 2015)

 

Das gemeinsame Projekt mit Werner Chromecek fand 2015 seinen Anstoß aus der permanenten Ausstellung SITZEN im Wiener Museum angewandter Kunst (MAK), in deren Rahmen nicht nur hunderte Sitzgelegenheiten verschiedener Epochen ausgestellt sind, sondern auch ein Schaubild mit Auszügen der mehr als 1.000(!) Zeichnungen von Sitz-Positionen aus aller Welt des US-Amerikanischen Ethnologen Gordon W. Hewse, die dieser im Jahr 1957 unter dem Titel The Anthropology of Posture im Scientific American Magazine veröffentlichte.

 

Aus: G.W. Hewse, The Anthopology of Posture, Scientific American Magazine (1957)

 

 

Filmstills SITZEN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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© Monika Rabofsky